Vor- und Nachteile für die Freelance-Programmierer

Freelance Programmierer

Ansprechpartner
Tel.: +49 (0)381 / 33 75 80 15
Martin Modlich

Zum ersten Mal wurde der Begriff Freelancer von Walter Scott (1771-1832) in seinem Buch Ivanhoe zur Beschreibung eines mittelalterlichen Kriegssöldners verwendet. Dieser Terminus wurde für über ein Jahrhundert vergessen und ist mit der Entwicklung des Internets wieder ins Leben berufen. Heutzutage bezeichnet man als Freelancer freie oder freischaffende Mitarbeiter wie z.B. Freelance-Programmierer, die auf bestimmte Aufgaben hoch qualifiziert sind. Diese Art von Arbeitverhältnis ist in vielen Branchen sehr populär und scheint immer beliebter zu werden. Es gibt Berufe (vor allem aus den Medien-, IT- oder PR-Bereichen), bei denen der Anteil von Freelancern deutlich höher als in anderen Arbeitsgebieten ist.

Die deutsche Google Seite ergibt etwa 300.000 Ergebnisse für den Begriff Freelance-Programmierer:

Es werden sowohl die Auftraggeber als auch die freien Mitarbeiter, die einen Auftrag suchen, angezeigt. Obwohl Freelancing in fast allen Branchen mit verschiedener Häufigkeit existiert, konzentriert sich dieser Artikel vornehmlich auf die Freelance-Programmierer. Grundsätzlich ist Freelancing eine sehr bequeme und effiziente Art von Beschäftigung. Freelancer haben meistens die Möglichkeit von zu Hause zu arbeiten und ihre Arbeitszeit frei einzuteilen. Es gibt auch welche, die in sogenannten Coworking Spaces arbeiten ( Freelancer, die in unterschiedlichen Projekten oder Firmen aktiv sind, arbeiten zusammen in einem großen, häufig extra dafür gemieteten Raum) und neben der Beschäftigung von anderen freischaffenden Mitarbeitern neue Strategien oder Vorgehensweisen lernen können.

Freelance-Programmierer können gleichzeitig für mehrere Arbeitgeber verschiedene Projekte realisieren. Das ermöglicht einerseits einen besseren Verdienst, kostet aber viel mehr Aufwand. Von Vorteil ist, dass der Freelancer selber entscheiden kann, welche Aufgaben er machen möchte und an welchen Projekten er nicht teilnehmen mag. Diesen Komfort hat man natürlich nicht immer und manchmal muss man auch an Projekten arbeiten, die einem nicht gefallen, oder keine andere Zufriedenheit außer Geld geben. Dennoch bei einer positiven Konjunktur ist man als Freelancer seltener gezwungen solche Entscheidungen zu treffen.

Diese Art des Beschäftigungsverhältnisses hat noch mehrere Vorteile. Zum Beispiel frisch gewordene Mütter können sich zu Hause um ihre Kinder kümmern und nebenbei ihren Beruf wie z.B. als PHP-Programmierer oder Webdesigner als Freelancer ausüben. Dadurch können Frauen aktiv im Berufsleben bleiben, ohne auf den ganztägigen Kontakt mit dem Kind in seinen ersten Lebensmonaten zu verzichten und gleichzeitig immer „up to date“ bleiben. Da nicht alle Bürogebäude für Invaliden eingerichtet sind, ist Freelancing eine sehr gute Lösung für Körperbehinderte Mitarbeiter, die auch von zu Hause ihre Projekte realisieren können.

Man könnte fragen, warum arbeiten nicht alle Programmierer und Leute aus anderen Branchen als Freelancer, wenn daraus nur Vorteile entstehen ? Diese Frage läßt sich schnell beantworten, wenn man auch die Nachteile dieses Beschäftigungsverhältnisses sowohl an der Seite des Auftragnehmers als auch des Auftraggebers erwähnt. Die freischaffenden Mitarbeiter sind sehr von dem Marktgeschehen abhängig. Während der Aufschwungphase und der Hochkonjunktur können die mit viel mehr Aufträgen rechnen, als während der Rezession oder der wirtschaftlichen Krise. Ein anderer Gesichtspunkt sind die Einschränkungen bei der Kreditwürdigkeit, weil ein Freelancer kein reguläres Einkommen nachweisen kann. Dazu kommen unter anderem noch die Kosten von Büroausstattung, wenn man zu Hause arbeitet, der Versicherung und der Altersvorsorge.

Zu den Nachteilen für die Arbeitgeber könnte die Verfügbarkeit eines Freelance-Programmierers gehören. Manchmal wird auch die Vertrautheit zu den Auftragnehmern von außerhalb eingeschränkt. Das andere Merkmal ist, dass die freien Mitarbeiter sich nicht unbedingt mit dem Unternehmen in dem Maße identifizieren, wie es die Festangestellten tun. Man kann das Problem natürlich nicht verallgemeinern, da jeder eine unterschiedliche Einstellung zu seiner Arbeit und zu seinem Unternehmen hat. Ein Freelancer wird selbstverständlich versuchen seine Aufgaben so gut wie möglich zu erfüllen, weil die Bewertung von dem Auftraggeber einen großen Einfluß auf die zukünftige Karriere und die Reputation hat.

Freelancing wird von vielen als Beschäftigungsverhältnis des 21. Jahrhunderts genannt. Die „eigenen Chefs“ sind nicht auf traditionelle Weise an die Arbeitgeber gebunden. Davon profitieren verschiedene Unternehmen, da ein guter Spezialist nicht nur für eine Firma zur Verfügung steht, sondern gleichzeitig für mehrere.

Den Maßstab dieses Phänomens kann man auch bei verschiedenen Social Media Seiten sehen. Zum Beispiel die Facebook Seite „Freelancer“ hat über 23.000 Fans und eine Gruppe „Fans of Freelancer“ über 17.000 Fans. Eine ähnliche Situation kann man auch auf Twitter beobachten, wo zum Beispiel ein Profil „Freelance Folder“ über 18.000 verfolger hat. Es gibt auch viele themenspezifische Foren und Blogs, auf denen die freien Mitarbeiter, unter anderem auch die Freelance-Programmierer, sowohl ihre Meinungen, Erfahrungen und Ideen austauschen, als auch neue private und geschäftliche Kontakte knüpfen können.

Es wird immer Befürworter und Gegner solcher Beschäftigungsverhältnisse geben, aber es ist jedem selbst überlassen, ob er festangestellt oder sein eigener Chef sein möchte.

Wojciech Dziedzic von twago

 

Der Artikel Freelance Programmierer ist aus der Kategorie F.